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12.04.2012

Wir wollen im Wasser bleiben

Nutzungsvertrag läuft aus: Vereine fürchten, nicht mehr günstig in die Titus Thermen zu kommen. Drei Vereine im Nordwesten sorgen sich, dass sie in den Titus Thermen nicht mehr verbilligt schwimmen dürfen. Der Vertrag dafür endet bereits am Sonntag. Ein Treffen von Vereinsvertretern und den Bäderbetrieben soll das Unheil noch abwenden.

Besorgt steht die Wassergymnastik-Gruppe der Turngemeinschaft (TG) Römerstadt vor den Titus Thermen. Seit Jahren ist die Gruppe von Ingrid Berger hier aktiv. Doch das könnte sich bald ändern. Denn zum 15. April läuft der Vertrag mit den Bäder-Betrieben Frankfurt (BBF) aus. Ihm verdankten die Vereinsmitglieder das günstige Schwimmen und auch die Nutzung der Sauna. "Das ist ein schwerer Schlag für uns", sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Barbara Rutkowski. "Es war eine wirklich günstige Vereinbarung für die Vereine." Betroffen sind aktuell neben der TG Römerstadt auch die Turn- und Sportgemeinde (TSG) Nordwest und die Turnerschaft Heddernheim.

War es für die Vereine vielleicht zu günstig? "Die Konditionen sind für die BBF sehr unvorteilhaft", verweist deren Geschäftsführer Otto Junck auf interne Wirtschaftsprüfungen. Es geht also ums Geld. Junck hofft, dass die Vereine bereit sind, mehr zu zahlen. Bis jetzt gilt bei allen drei Vereinen: Wer nur ins Schwimmbad will, zahlt 8 Euro pro Monat zusätzlich zum Vereinsbeitrag. Wer auch die Sauna nutzt 15 Euro. Dafür gelten allerdings auch beschränkte Nutzungszeiten: Mit dem Vereinsausweis kann man nur montags bis freitags vor 16 Uhr ins Bad.

Für Sauna geplant

"Ursprünglich sollte es vor allem die Sauna betreffen", erklärt Junck. Denn die sei bis 16 Uhr nur sehr schwach ausgelastet. Dies sollte durch den vergünstigten Eintritt geändert werden. Denn die billigste Einzelkarte für die Sauna kostet 8 Euro. Vereinsmitglieder, die zwei Mal pro Monat gehen, sparen so schon Geld. Schwimmer (billigste Karte 4,50 Euro) müssen dafür immerhin drei Mal in die Titus Therme gehen.

Auch wenn sich die Vereine sorgen: Beenden will Junck die Zusammenarbeit nicht. "Wir werden uns nächste Woche mit den Vereinen zusammensetzen und eine verträgliche Lösung finden", ist sich der BBF-Geschäftsführer sicher. Als Zeichen des guten Willens hat er die Beendigung der Nutzungsvereinbarung erst einmal ausgesetzt. Die Vereine können also vorerst weiter ins Bad. "Wir werden zu einer Einigung kommen", ist Rutkowski dank dieser Ankündigung wieder optimistisch, auch langfristig weiter in das "sehr, sehr schöne Schwimmbad" gehen zu dürfen, das sie selbst jeden Mittwoch besucht.

"Es kommt zwar auf die Höhe an, aber ich glaube, dass die Mitglieder eine Erhöhung der Beiträge mittragen würden", sagt Lutz Ullrich, Vorsitzender der TSG Nordwest. Rund 2000 Euro zahlt die TSG monatlich für das Angebot. Genutzt wird es allein in diesem Verein von etwa 200 Mitgliedern. "Wir könnten unsere große Schwimmabteilung ansonsten zu machen", verweist Ullrich darauf, dass die einzige Alternative in der Nähe, die einst viel genutzte Schwimmhalle der Ernst-Reuter-Schule, seit Ostern 2009 geschlossen ist – wann der Neubau startet ist offen. "Der Verlust der Titus Thermen wäre ein großer Verlust für unseren Verein."

Telefon lief heiß

Doch auch Ullrich geht optimistisch in die Gespräche mit den Bäderbetrieben. "Vielleicht hätte man sich einfach schon früher an einen Tisch setzen sollen." Der Meinung ist auch Rutkowski. "Wir hatten die Ausweise schon verschickt." Nach Eintreffen der Nachricht sei dann ihr "Telefon heiß gelaufen". Aber vielleicht sind all die Sorgen doch unbegründet gewesen.

Der SV Blau-Gelb Frankfurt aus Ginnheim, dessen Nutzungsvereinbarung Ende Juli ausläuft, sollte daraus lernen. Ob sich der Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) am kommenden Donnerstag länger mit dem SPD-Antrag zur Kündigung der Titus-Thermen-Nutzung beschäftigen muss, werden die Verhandlungen in der kommenden Woche zwischen Vereinen und BBF zeigen.

Der Ortsbeirat 8 tagt am Donnerstag, 19. April, ab 20 Uhr im Saalbau Titus Forum, Walter-Möller-Platz 2.



Von Sebastian Semrau

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